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Bradler GmbH22. September 2026, 14:30:00 MESZ8 Min. Lesezeit

SAP AI: Was Unternehmen das Abwarten wirklich kostet

Künstliche Intelligenz ist im SAP-Umfeld längst mehr als ein Zukunftsthema. Doch während einige Unternehmen bereits konkrete Anwendungsfälle umsetzen, beobachten andere die Entwicklung weiterhin von der Seitenlinie. Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht mehr nur: Was kostet die Einführung von SAP AI? Sondern auch: Was kostet es, nichts zu tun?

Bei neuen Technologien ist Zurückhaltung zunächst nachvollziehbar. Unternehmen möchten Investitionen absichern, Risiken verstehen und vermeiden, einem kurzfristigen Trend hinterherzulaufen.

Bei künstlicher Intelligenz entsteht dadurch jedoch ein neues Risiko: Während die eigene Organisation wartet, verändern sich Prozesse, Rollen und Erwartungen bereits.

Gerade im SAP-Umfeld entwickelt sich KI zunehmend von einem separaten Innovationsthema hin zu einem Bestandteil bestehender Geschäftsprozesse. SAP integriert KI-Funktionen unter anderem über SAP Joule direkt in Anwendungen und stellt mit der SAP Business AI Platform eine Architektur bereit, die Unternehmensdaten, Prozesskontext, KI-Modelle und Governance miteinander verbindet.

Die eigentliche Entscheidung lautet daher häufig nicht mehr „KI oder keine KI?“, sondern:

„Wann beginnen wir und wie viel Vorsprung geben wir anderen Unternehmen bis dahin?“

 

 Was kostet es Unternehmen, bei SAP AI abzuwarten? 

Unternehmen vergleichen bei KI-Projekten meist die sichtbaren Kosten: Lizenzen, Beratung, Implementierung, Integration, Schulung und interne Ressourcen. Was dabei leicht übersehen wird, sind die Kosten des Status quo.

Ein manueller Prozess, der heute 15 Minuten dauert, kostet morgen nicht plötzlich mehr. Wenn Wettbewerber denselben Prozess mithilfe von KI jedoch in einem Bruchteil der Zeit erledigen, verändert sich der Vergleich. Die eigenen Kosten bleiben gleich - die relative Effizienz verschlechtert sich.

Genau darin liegt das Problem des Abwartens: Die Kosten entstehen nicht unbedingt als neue Rechnungsposition. Sie zeigen sich in Form von Zeitverlust, geringerer Skalierbarkeit und verpassten Verbesserungsmöglichkeiten.

 

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KI-Potenziale in SAP gezielt nutzen

Entwickeln Sie eine klare SAP KI Roadmap, die relevante Use Cases priorisiert und Ihre Geschäftsziele in den Mittelpunkt stellt.

 

1. Wie SAP AI manuelle Prozesse reduzieren kann 

Viele SAP-Prozesse enthalten Tätigkeiten, die zwar notwendig sind, aber einen hohen manuellen Anteil besitzen.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Informationen suchen und zusammenfassen
  • Dokumente prüfen und klassifizieren
  • wiederkehrende Anfragen beantworten
  • Daten aus verschiedenen Quellen zusammentragen
  • Prozessschritte vorbereiten
  • Abweichungen analysieren
  • Texte, Auswertungen oder Dokumentationen erstellen

Genau an solchen Stellen setzt SAP Business AI an.

SAP positioniert SAP Joule zunehmend als intelligente Arbeitsoberfläche, über die Anwender Informationen in natürlicher Sprache abrufen und Aufgaben innerhalb von Geschäftsprozessen ausführen können. Gleichzeitig können auf der SAP BTP eigene KI-Agenten und Anwendungen entwickelt und mit SAP- sowie Nicht-SAP-Systemen verbunden werden. Das bedeutet nicht, dass plötzlich jeder Prozess vollständig automatisiert werden sollte.

Aber es bedeutet, dass Unternehmen systematisch prüfen sollten, wo Mitarbeiter heute Zeit für Tätigkeiten aufwenden, die sich durch KI unterstützen oder teilweise automatisieren lassen.

Wer diese Analyse nicht durchführt, akzeptiert möglicherweise dauerhaft vermeidbare Prozesskosten.

 

2. Wie SAP Business AI Prozesse und Entscheidungen beschleunigen kann

Ein häufig unterschätzter Faktor ist die Geschwindigkeit von Entscheidungen.

Mitarbeiter verbringen viel Zeit damit, Informationen zu suchen:

  • Welcher Auftrag ist betroffen?

  • Welche Daten liegen zu einem Kunden vor?

  • Warum ist eine Kennzahl abgewichen?

  • Welche Informationen stehen in einem Dokument?

  • Welche nächsten Schritte sind erforderlich?

Wenn relevante Informationen schneller verfügbar sind, verändert sich nicht nur der Aufwand einzelner Tätigkeiten. Auch der gesamte Prozess kann schneller werden. Das betrifft beispielsweise Einkauf, Finance, HR, Vertrieb, Service oder Supply Chain.

Der Vorteil liegt deshalb nicht ausschließlich in „30 Minuten Zeitersparnis“. Er kann auch darin bestehen, dass ein Unternehmen schneller reagiert, Probleme früher erkennt oder Entscheidungen auf einer besseren Informationsgrundlage trifft. Wer KI nur über eingesparte Arbeitsstunden bewertet, betrachtet daher lediglich einen Teil des Business Case.

 

3.  Warum Unternehmen früh Erfahrungen mit SAP AI sammeln sollten 

Noch wichtiger als einzelne KI-Funktionen ist die Lernkurve einer Organisation. Erfolgreiche KI-Nutzung entsteht selten dadurch, dass ein Unternehmen eine Technologie aktiviert und anschließend sofort den maximalen Nutzen erzielt.

Teams müssen lernen:

  • Welche Use Cases bringen tatsächlich Mehrwert?

  • Welche Daten werden benötigt?

  • Wo muss der Mensch weiterhin entscheiden?

  • Wie werden Ergebnisse überprüft?

  • Welche Governance-Regeln sind notwendig?

  • Wie lassen sich KI-Funktionen sinnvoll in bestehende SAP-Prozesse integrieren?

Diese Erfahrungen lassen sich nur begrenzt theoretisch erwerben.

Ein Unternehmen, das heute mit einigen klar abgegrenzten Anwendungsfällen beginnt, besitzt in zwölf Monaten nicht nur mehrere produktive Lösungen. Es verfügt zusätzlich über Erfahrung bei Auswahl, Bewertung und Umsetzung weiterer Szenarien. Ein Unternehmen, das zwölf Monate wartet, startet dann erst mit dieser Lernkurve.

Der Rückstand besteht deshalb nicht nur aus fehlender Technologie, sondern aus fehlender organisatorischer Erfahrung.

 

4. Welche Rolle die Datenqualität für SAP AI spielt 

KI macht eine bekannte SAP-Herausforderung besonders sichtbar: Datenqualität.

Fehlende Stammdaten, uneinheitliche Definitionen, isolierte Systeme oder unklare Verantwortlichkeiten waren schon vor der aktuellen KI-Welle problematisch. Für KI-Anwendungen werden sie noch relevanter.

SAP selbst betont bei seiner Business-AI-Architektur deshalb den Geschäftskontext: KI-Agenten sollen nicht ausschließlich ein Sprachmodell nutzen, sondern Unternehmensdaten, Geschäftslogik und Prozesszusammenhänge berücksichtigen. Die aktuelle SAP Business AI Platform verbindet dafür unter anderem SAP BTP, SAP Business Data Cloud und AI Foundation. 

Das hat eine wichtige Konsequenz:

Der Weg zu KI ist gleichzeitig ein Anlass, Daten- und Prozessstrukturen zu verbessern.

Wer auf die „perfekte KI-Lösung“ wartet, löst dadurch keine dieser Grundlagenprobleme.

Im Gegenteil: Unternehmen, die früh mit überschaubaren Use Cases starten, erkennen schneller, an welchen Stellen Datenqualität, Integration oder Governance verbessert werden müssen.

 

5. Shadow AI: Warum Unternehmen eine klare KI-Strategie brauchen 

Es gibt noch ein weiteres Risiko. Wenn Unternehmen keine kontrollierten Möglichkeiten zur KI-Nutzung bereitstellen, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass Mitarbeiter keine KI einsetzen. Sie suchen möglicherweise eigene Lösungen.

Aus Unternehmenssicht entstehen dadurch Fragen zu Datenschutz, Informationssicherheit, Zugriffsrechten und Governance.

Eine strukturierte KI-Strategie bedeutet deshalb nicht einfach, möglichst viele KI-Werkzeuge einzuführen. Sie schafft vielmehr einen Rahmen dafür, welche Systeme für welche Aufgaben verwendet werden dürfen und unter welchen Bedingungen.

SAP stellt für KI auf der SAP BTP entsprechende Funktionen für Governance, Modellzugriff sowie den Betrieb und die Überwachung von KI-Szenarien bereit. Der Generative AI Hub ermöglicht beispielsweise zentralisierten Zugriff auf unterschiedliche Sprachmodelle, während die Plattform Funktionen für Governance und Kontrolle bereitstellt. 

Kontrollierter Einstieg kann daher sicherer sein als vollständiges Abwarten.

 

6. Warum ein später Einstieg in SAP AI nicht automatisch einfacher wird 

Eine verbreitete Annahme lautet:

„Wir warten, bis die Technologie ausgereifter ist. Dann steigen wir ein.“

Technisch kann das durchaus Vorteile haben. Produkte werden leistungsfähiger, Funktionen stabiler und Erfahrungen am Markt nehmen zu.

Gleichzeitig wächst jedoch das SAP-AI-Ökosystem. SAP Joule, KI-Agenten, AI Foundation, Business Data Cloud, SAP BTP und neue agentenbasierte Prozesse schaffen zunehmend mehr Möglichkeiten. Allein 2026 hat SAP sein Business-AI-Angebot weiter um agentenbasierte Funktionen und eine gemeinsame Business AI Platform ausgebaut. 

Dadurch wird die strategische Frage nicht unbedingt einfacher.

Unternehmen müssen weiterhin klären:

  • Welche Prozesse sind geeignet?

  • Welche Lösungen benötigen wir tatsächlich?

  • Welche Daten dürfen verwendet werden?

  • Wie integrieren wir KI in unsere bestehende Architektur?

  • Wie messen wir den Nutzen?

  • Wie organisieren wir Governance und Verantwortlichkeiten?

Je später diese Fragen gestellt werden, desto größer kann der Druck werden, schnell Antworten darauf zu finden.

 

Wie Unternehmen mit SAP AI starten können 

Die Alternative zum Nichtstun ist nicht der große KI-Big-Bang. Gerade bei SAP Business AI ist ein schrittweises Vorgehen häufig sinnvoller.

 

Schritt 1: Geeignete Prozesse identifizieren 

  • Wo entstehen heute besonders viele manuelle Tätigkeiten?

  • Wo suchen Mitarbeiter regelmäßig Informationen?

  • Wo werden große Mengen an Dokumenten verarbeitet?

  • Wo entstehen Wartezeiten oder wiederkehrende Aufgaben?

 

Schritt 2:  SAP-AI-Use-Cases bewerten 

Nicht jeder technisch mögliche KI-Anwendungsfall ist wirtschaftlich sinnvoll. Eine Bewertung kann beispielsweise berücksichtigen:

Business Value × Umsetzbarkeit × Datenqualität × Risiko

So lassen sich zunächst Szenarien auswählen, die einen überschaubaren Aufwand mit erkennbarem Nutzen verbinden.

 

Schritt 3: Einen begrenzten Pilot umsetzen

Statt direkt unternehmensweit auszurollen, kann ein Prozess oder ein klar definierter Anwenderkreis ausgewählt werden.

Entscheidend ist dabei, vorher messbare Ziele festzulegen.

Zum Beispiel:

  • Bearbeitungszeit reduzieren
  • Suchaufwand verringern
  • Automatisierungsgrad erhöhen
  • Fehler reduzieren
  • Reaktionsgeschwindigkeit verbessern

 

Schritt 4: Ergebnisse messen und skalieren

Erst wenn ein Use Case seinen Nutzen belegt, folgt der nächste Schritt. Dadurch entsteht keine abstrakte „KI-Strategie“, sondern schrittweise ein Portfolio konkreter Business Cases.

 

Fazit: Was kostet es, SAP AI nicht zu nutzen? 

Die Antwort steht wahrscheinlich auf keiner einzelnen Rechnung. Die Kosten verteilen sich über die Organisation.

Sie entstehen durch manuelle Tätigkeiten, langsame Prozesse, verpasste Automatisierung, fehlende Erfahrungen, ungelöste Datenprobleme und einen wachsenden Abstand zu Unternehmen, die bereits lernen, KI produktiv einzusetzen.

Deshalb ist möglicherweise die falsche Frage:

„Ist SAP AI schon perfekt genug, um zu investieren?“

Die relevantere Frage lautet:

„Welcher konkrete Prozess ist heute bereits gut genug für einen ersten sinnvollen KI-Anwendungsfall?“

Unternehmen müssen dafür nicht ihre gesamte SAP-Landschaft neu denken. Sie müssen anfangen, die richtigen Stellen zu identifizieren. Denn der größte Vorteil eines frühen Einstiegs ist nicht unbedingt die erste Automatisierung. Es ist die Fähigkeit, zu lernen, wo KI im eigenen Unternehmen tatsächlich Wert schafft.

 

Migration

Wo lohnt sich SAP AI in Ihrer Systemlandschaft?

Nicht jeder KI-Use-Case benötigt ein großes Transformationsprojekt. Der erste Schritt ist eine strukturierte Analyse Ihrer Prozesse, Daten und bestehenden SAP-Landschaft. So lässt sich erkennen, wo Business AI einen messbaren Nutzen schaffen kann und wo sich eine Investition aktuell noch nicht lohnt.

 

 

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist SAP Business AI? SAP Business AI bezeichnet KI-Funktionen, die direkt in SAP-Anwendungen und Geschäftsprozesse integriert werden. Dazu gehören beispielsweise intelligente Assistenzfunktionen, Analysen, Automatisierungen und generative KI, die Anwender bei wiederkehrenden Aufgaben und Entscheidungen unterstützen können. 
Welche SAP-Prozesse eignen sich besonders für KI? Besonders interessant sind Prozesse mit vielen manuellen, wiederkehrenden oder informationsintensiven Tätigkeiten. Dazu können beispielsweise Dokumentenanalyse, Informationssuche, Reporting, Kundenservice, Einkauf, Finance, HR oder Supply-Chain-Prozesse gehören. Entscheidend ist jedoch immer der konkrete Unternehmenskontext. 
Was kostet SAP AI? Die Kosten für SAP AI lassen sich nicht pauschal beziffern. Sie hängen unter anderem von den eingesetzten SAP-Lösungen, den benötigten KI-Funktionen, der bestehenden Systemlandschaft, dem Integrationsaufwand und dem jeweiligen Use Case ab. Neben Lizenz- und Implementierungskosten sollten Unternehmen deshalb auch den erwarteten Business Value und mögliche Prozessverbesserungen betrachten. 
Wie startet man mit SAP AI? Ein sinnvoller Einstieg beginnt mit der Identifikation geeigneter Use Cases. Unternehmen sollten zunächst prüfen, welche Prozesse besonders zeitaufwendig, manuell oder fehleranfällig sind. Anschließend können mögliche KI-Anwendungen nach Nutzen, technischer Umsetzbarkeit, Datenqualität und Risiko priorisiert werden. Ein begrenzter Pilot ist häufig sinnvoller als ein sofortiger unternehmensweiter Rollout. 
Wie lässt sich der Erfolg eines SAP-AI-Projekts messen? Der Erfolg sollte anhand konkreter Kennzahlen gemessen werden. Dazu können beispielsweise Bearbeitungszeit, Prozesskosten, Fehlerquote, Automatisierungsgrad, Reaktionszeit oder der Aufwand für Informationssuche gehören. Wichtig ist, diese Kennzahlen bereits vor dem Pilotprojekt festzulegen, damit der tatsächliche Nutzen später bewertet werden kann. 

 

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