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KI in SAP

5 Anzeichen, dass Ihre SAP-Prozesse bereit für Business AI sind

Künstliche Intelligenz wird zunehmend Teil der SAP-Welt. Mit SAP Business AI rückt KI direkt in Geschäftsprozesse und Anwendungen und mit SAP Joule wird generative KI für Anwender über natürliche Sprache zugänglich.

Damit stellt sich für viele SAP-Kunden eine ganz praktische Frage: Ist unser Unternehmen überhaupt schon bereit, SAP Business AI sinnvoll einzusetzen?

Die Antwort hängt weniger davon ab, ob bereits eine umfassende KI-Strategie existiert oder die gesamte SAP-Landschaft modernisiert wurde. Entscheidend ist vielmehr, ob es konkrete Prozesse gibt, in denen KI einen messbaren Mehrwert schaffen kann.

Die folgenden fünf Anzeichen zeigen, dass es sich für Ihr Unternehmen lohnt, SAP Business AI, SAP Joule und konkrete KI-Use-Cases im SAP-Umfeld genauer zu betrachten.

 

1. Wiederkehrende manuelle Aufgaben kosten zu viel Zeit

Viele SAP-Prozesse sind digital, aber deshalb noch lange nicht vollständig automatisiert. Mitarbeitende prüfen Belege, vergleichen Informationen, kategorisieren Anfragen, suchen nach Daten oder übertragen Inhalte zwischen verschiedenen Systemen. Jede einzelne Tätigkeit dauert vielleicht nur wenige Minuten. Bei hunderten oder tausenden Vorgängen summiert sich der Aufwand jedoch schnell.

Genau hier liegt ein interessantes Einsatzfeld für SAP Business AI. 

Besonders geeignet sind Aufgaben, bei denen Mitarbeitende immer wieder ähnliche Informationen:

  • lesen,
  • verstehen,
  • vergleichen,
  • bewerten,
  • klassifizieren oder
  • einem Vorgang zuordnen müssen.

KI kann beispielsweise Informationen aus Dokumenten extrahieren, Inhalte klassifizieren, Vorschläge generieren oder einzelne Prozessschritte vorbereiten. Dabei muss nicht zwangsläufig der gesamte Prozess automatisiert werden. Schon die Unterstützung bei einzelnen zeitintensiven Arbeitsschritten kann einen messbaren Nutzen schaffen.

Typisches Anzeichen für KI-Potenzial:
Wenn ein SAP-Prozess regelmäßig mit dem Satz „Das machen wir jedes Mal manuell“ beschrieben wird, lohnt sich die Suche nach einem passenden SAP Business AI-Use-Case. 

 

2. Ihre SAP-Daten sind vorhanden, aber der Zugang ist zu kompliziert 

SAP-Systeme enthalten enorme Mengen an Geschäftsdaten: Bestellungen, Rechnungen, Kundeninformationen, Materialbewegungen, Servicefälle, Produktionsdaten und vieles mehr.  Das Problem ist häufig nicht, dass Informationen fehlen. Das Problem ist, schnell die richtige Information zu finden und in den richtigen Kontext zu setzen.

Mitarbeitende müssen wissen, welche Anwendung oder Transaktion relevant ist, wo bestimmte Daten liegen und wie unterschiedliche Informationen zusammenhängen. Genau hier wird die Verbindung zwischen SAP Business AI und SAP Joule interessant. 

Generative KI kann eine neue Form der Interaktion mit SAP-Anwendungen ermöglichen: Statt ausschließlich über klassische Masken, Reports und Suchfunktionen zu arbeiten, können Anwender Informationen über natürliche Sprache erschließen.Die eigentliche Stärke liegt dabei nicht allein in der KI. Entscheidend ist der Geschäftskontext.

Ein allgemeines Sprachmodell kann eine Frage verstehen. Im SAP-Umfeld wird es jedoch besonders interessant, wenn die KI den relevanten Prozess- und Datenkontext berücksichtigen kann.

So verändert sich auch die Erwartung an die Benutzererfahrung: Mitarbeitende sollen sich weniger damit beschäftigen müssen, wo eine Information liegt und schneller zu der Information gelangen, die sie für ihre Aufgabe benötigen.

Typisches Anzeichen für KI-Potenzial:
Die benötigten Informationen sind in Ihren SAP-Systemen vorhanden, aber Mitarbeitende benötigen zu viel Zeit, um sie zu finden, zusammenzuführen oder richtig einzuordnen.

 

3. Ihre Mitarbeitenden nutzen bereits generative KI

Vielleicht gibt es in Ihrem Unternehmen noch keine offizielle SAP KI-Initiative. Trotzdem verwenden Mitarbeitende möglicherweise bereits ChatGPT, Microsoft Copilot oder andere generative KI-Lösungen. Sie formulieren Texte, fassen Dokumente zusammen, recherchieren Informationen oder nutzen KI als Unterstützung bei alltäglichen Aufgaben. 

Das zeigt vor allem eines: Es gibt bereits einen konkreten Bedarf nach einer einfacheren, dialogorientierten Form der Arbeit mit Informationen.

Für SAP-Verantwortliche ergibt sich daraus die nächste Frage:

Wie lässt sich diese Art der Interaktion mit den relevanten Geschäftsprozessen und SAP Daten verbinden: kontrolliert, sicher und nachvollziehbar? Hier setzt unter anderem SAP Joule an.

Der nächste Entwicklungsschritt besteht damit nicht unbedingt darin, Mitarbeitende überhaupt erst von generativer KI zu überzeugen. Vielmehr geht es darum, aus individuellen KI-Experimenten einen professionellen und in die SAP-Welt eingebetteten Ansatz zu entwickeln.

Das betrifft neben der Technologie auch Berechtigungen, Datenzugriff, Governance und die Frage, für welche Prozesse der Einsatz tatsächlich sinnvoll ist.

Typisches Anzeichen für KI-Potenzial:
Generative KI wird bereits genutzt, aber noch weitgehend außerhalb der SAP-Prozesse und ohne klar definierten Unternehmenskontext.

 

4. Entscheidungen in Ihren SAP-Prozessen erfordern regelmäßig menschliche Interpretation 

Nicht jeder zeitaufwendige Prozessschritt besteht aus manueller Dateneingabe oder wiederkehrender Routinearbeit. In vielen bereits digitalisierten SAP-Prozessen entsteht Aufwand dort, wo Mitarbeitende Informationen interpretieren, Zusammenhänge erkennen oder Entscheidungen vorbereiten müssen.

Typische Beispiele sind Situationen, in denen Mitarbeitende:

  • Informationen aus mehreren SAP-Quellen in einen fachlichen Zusammenhang bringen,
  • Dokumente oder Vorgänge anhand bestimmter Kriterien bewerten,
  • Auffälligkeiten und Abweichungen erkennen,
  • aus vorhandenen Daten Handlungsempfehlungen ableiten oder
  • entscheiden müssen, welcher nächste Prozessschritt sinnvoll ist.

Gerade bei solchen Aufgaben kann SAP Business AI interessant werden. KI übernimmt dabei nicht zwangsläufig die Entscheidung selbst. Sie kann relevante Informationen zusammenführen, Sachverhalte einordnen und Mitarbeitenden eine fundiertere Entscheidungsgrundlage bereitstellen.

Voraussetzung dafür ist, dass der zugrunde liegende Prozess bereits weitgehend digital abgebildet ist und die benötigten Informationen verfügbar sind.

 

Typisches Anzeichen für KI-Potenzial:
Der Prozess funktioniert digital zuverlässig, trotzdem verbringen Mitarbeitende regelmäßig Zeit damit, vorhandene Informationen zu interpretieren und daraus die nächsten Schritte abzuleiten. 

 

5. Sie können einen konkreten Business Case benennen

„Wir möchten SAP Joule einsetzen“ oder „Wir müssen etwas mit KI machen“ ist noch kein Business Case. Ein sinnvoller Einstieg in SAP Business AI beginnt nicht mit der Technologie, sondern mit einem konkreten Geschäftsproblem.

Zum Beispiel:

  • Die Bearbeitung bestimmter SAP-Vorgänge dauert zu lange.
  • Mitarbeitende verbringen zu viel Zeit mit der Suche nach Informationen.
  • Ein hoher Anteil von Anfragen wiederholt sich.
  • Expertenwissen ist nur bei wenigen Personen verfügbar.
  • Dokumente müssen regelmäßig manuell geprüft und verarbeitet werden.
  • Entscheidungen könnten durch vorhandene SAP-Daten besser unterstützt werden.

Erst wenn das Problem klar ist, sollte die Technologiefrage folgen:

Welche Möglichkeiten von SAP Business AI können dazu beitragen, dieses Problem besser zu lösen?

Das kann eine bereits verfügbare KI-Funktion innerhalb einer SAP-Anwendung sein. Es kann ein Szenario mit generativer KI oder Joule sein. Oder es kann sich herausstellen, dass ein anderer Automatisierungsansatz besser geeignet ist. Entscheidend ist deshalb nicht, möglichst schnell KI einzusetzen, sondern einen Use Case zu finden, dessen Nutzen sich bewerten lässt.

Der erste Business Case muss dabei nicht spektakulär sein. Ein kleiner Prozess mit hoher Wiederholungsrate und klar messbarer Zeitersparnis kann wirtschaftlich interessanter sein als ein ambitioniertes KI-Projekt ohne definierten Nutzen.

Typisches Anzeichen für KI-Potenzial:
Sie können nicht nur sagen, dass Sie SAP Business AI oder Joule einsetzen möchten, sondern konkret benennen, welches Problem dadurch besser gelöst werden soll.

 

Was diese fünf Anzeichen für Ihre SAP Business AI-Strategie bedeuten 

Wenn mehrere dieser Punkte auf Ihr Unternehmen zutreffen, bedeutet das nicht automatisch, dass Sie sofort ein großes KI-Transformationsprojekt starten sollten. Es bedeutet vielmehr: Sie haben wahrscheinlich geeignete Ausgangspunkte für erste SAP Business AI-Use-Cases. Der nächste Schritt besteht darin, diese systematisch zu bewerten.

Dabei sollten vier Fragen im Mittelpunkt stehen:

  • Business Value: Welches konkrete Problem lösen wir?
  • Prozess: An welcher Stelle kann KI sinnvoll unterstützen?
  • Daten und Technologie: Sind die benötigten Informationen verfügbar und technisch nutzbar?
  • Organisation: Wer übernimmt Verantwortung für Einführung, Nutzung und Weiterentwicklung?

Gerade der letzte Punkt wird häufig unterschätzt.

Denn auch wenn KI-Funktionen technisch verfügbar sind, entsteht daraus nicht automatisch ein Nutzen. Unternehmen müssen bewerten, welche Funktionen für ihre Prozesse relevant sind, Verantwortlichkeiten definieren und die Technologie konsequent in den Geschäftsalltag integrieren.

 

SAP Joule allein macht noch keine KI-Strategie

Mit SAP Joule wird generative KI innerhalb der SAP-Welt greifbarer. Für Unternehmen sollte die Einführung eines KI-Assistenten jedoch nicht das eigentliche Ziel sein.

Die entscheidende Frage lautet: Welche Aufgaben können unsere Mitarbeitenden mithilfe von SAP Business AI künftig schneller oder besser erledigen?

Damit verändert sich die Perspektive.

Statt von einer bestimmten Technologie auszugehen und anschließend nach einem Anwendungsfall zu suchen, beginnt die Betrachtung beim Geschäftsprozess.

  • Wo entstehen heute unnötige Aufwände?

  • Wo fehlen Informationen im richtigen Moment?

  • Wo wiederholen sich Aufgaben?

  • Wo müssen Mitarbeitende große Informationsmengen verstehen?

  • Wo könnte KI Entscheidungen besser vorbereiten?

Aus diesen Fragen entstehen konkrete Use Cases.

Erst anschließend lässt sich beurteilen, welche Möglichkeiten von SAP Business AI, Joule oder anderen SAP-Technologien dafür am besten geeignet sind.

 

Fazit: Welcher SAP-Prozess ist bereit für Business AI?

Für den Einstieg in SAP Business AI müssen Unternehmen nicht zwangsläufig auf den Moment warten, an dem ihre gesamte Organisation „KI-ready“ ist. Oft ist die wichtigere Frage viel konkreter.

Wenn wiederkehrende manuelle Tätigkeiten viel Zeit kosten, relevante SAP-Daten schwer zugänglich sind, Mitarbeitende bereits generative KI nutzen, Prozesse grundsätzlich digitalisiert sind und ein klarer Business Case existiert, sind wichtige Voraussetzungen für einen ersten KI-Use-Case bereits vorhanden.

Deshalb lautet die entscheidende Frage nicht:

„Ist unser Unternehmen vollständig bereit für KI?“

Sondern:

„Welcher konkrete SAP-Prozess ist heute schon bereit, durch SAP Business AI besser zu werden?“

Genau dort sollte der Einstieg beginnen.

 

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Welcher SAP-Prozess bietet bei Ihnen das größte KI-Potenzial?

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Starten Sie mit einem konkreten Prozess statt mit einem großen KI-Projekt. 

 

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wann ist ein Unternehmen bereit für SAP Business AI? Ein Unternehmen muss nicht vollständig „KI-ready“ sein, um mit SAP Business AI zu starten. Entscheidend ist, ob sich ein konkreter Prozess identifizieren lässt, bei dem KI einen messbaren Mehrwert schaffen kann. Gute Voraussetzungen sind digital verfügbare Daten, ein weitgehend digitalisierter Prozess und ein klar definiertes Geschäftsproblem. 
Welche SAP-Prozesse eignen sich besonders für Business AI? Besonders interessant sind Prozesse mit vielen wiederkehrenden Aufgaben sowie hohem Such-, Analyse- oder Interpretationsaufwand. Dazu gehören beispielsweise Prozesse, bei denen Mitarbeitende regelmäßig Dokumente prüfen, Informationen aus verschiedenen Quellen zusammenführen, Anfragen klassifizieren oder Entscheidungen auf Basis vorhandener SAP-Daten vorbereiten. 
Ist SAP Joule dasselbe wie SAP Business AI? SAP Business AI bezeichnet KI-Funktionen und -Szenarien innerhalb des SAP-Umfelds. SAP Joule ist ein KI-Assistent, über den Anwender unter anderem mithilfe natürlicher Sprache mit SAP-Anwendungen und Geschäftskontexten interagieren können. Welche Lösung sinnvoll ist, hängt vom jeweiligen Prozess und Use Case ab. 
Wie lange dauert die Umsetzung eines SAP Business AI Use Cases? Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Ein klar abgegrenzter Use Case mit vorhandener Datenbasis kann deutlich schneller bewertet und umgesetzt werden als ein Szenario, das mehrere Systeme, Datenquellen und Geschäftsbereiche umfasst. Für den Einstieg empfiehlt es sich deshalb, den Umfang bewusst klein und messbar zu halten.
Was kostet der Einstieg in SAP Business AI?  Die Kosten hängen stark vom gewählten Use Case, den benötigten SAP-Lösungen und der bestehenden Systemlandschaft ab. Deshalb sollte vor einer Investition zunächst geklärt werden, welches konkrete Problem gelöst werden soll und welcher messbare Nutzen dadurch entstehen kann. 

 

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