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Die SAP S/4HANA Migrationsstrategie
Bradler GmbH22. Februar 2024, 09:53:31 MEZ6 Min. Lesezeit

SAP S/4HANA Migrationsstrategie: Welcher Ansatz passt zu Ihrem Unternehmen?

Bitte beachten Sie, dass SAP S/4HANA Cloud (ERP) jetzt als SAP Cloud ERP bekannt ist. Dieser neue Name unterstreicht den Fokus auf die Bereitstellung einer KI-gestützten, sofort einsatzbereiten Cloud-Lösung. Diese Änderung stellt sicher, dass Sie von kontinuierlicher Innovation, Automatisierung und Echtzeitleistung in allen Kernfunktionen profitieren. Erfahren Sie mehr über die neuen Funktionen von SAP Cloud ERP.  

 

Die passende SAP S/4HANA Migrationsstrategie hängt davon ab, wie viel Sie aus Ihrer bestehenden ERP-Landschaft übernehmen möchten und welche Veränderungen Ihr Unternehmen benötigt. Sollen bewährte Prozesse erhalten bleiben? Möchten Sie Ihre Abläufe neu gestalten? Oder benötigen Sie einen gezielten Übergang ausgewählter Daten und Strukturen?

Dafür kommen unterschiedliche Ansätze infrage: eine Neuimplementierung nach dem Greenfield-Prinzip, eine Systemkonvertierung nach dem Brownfield-Prinzip oder eine Selective Data Transition.

Welche Optionen tatsächlich verfügbar sind, bestimmt auch das Zielsystem. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie sich die Ansätze unterscheiden und anhand welcher Kriterien Sie Ihre Entscheidung vorbereiten können.

 

Welche Migrationsstrategie passt zu Ihrem SAP S/4HANA Zielsystem?

Klären Sie zunächst, welche Betriebsform Ihre Anforderungen erfüllt. Die Entscheidung zwischen Public Edition, Private Edition und On-Premise beeinflusst die möglichen Übergangswege.

SAP S/4HANA Cloud Public Edition: Der Einstieg erfolgt über eine Neuimplementierung. Benötigte Daten aus bisherigen Systemen werden gezielt übernommen. Eine klassische Brownfield-Systemkonvertierung ist für dieses Ziel nicht vorgesehen.

SAP S/4HANA Cloud Private Edition: Je nach Ausgangssystem und technischen Voraussetzungen kommen eine Neuimplementierung, eine Systemkonvertierung oder geeignete selektive Übergangsverfahren infrage.

SAP S/4HANA On-Premise: Auch hier sind unterschiedliche Übergangswege möglich. Ihre Eignung hängt unter anderem vom bestehenden System und dem gewünschten Veränderungsumfang ab.

Bewerten Sie deshalb Zielplattform und Migrationsstrategie gemeinsam. Ein bevorzugter Ansatz hilft wenig, wenn er die Anforderungen Ihres Unternehmens oder die Voraussetzungen des Zielsystems nicht erfüllt.

 

SAP Greenfield: Neuimplementierung von SAP S/4HANA

Bei einer Greenfield-Implementierung richten Sie ein neues SAP-S/4HANA-System ein. Geschäftsprozesse und Konfiguration werden anhand Ihrer künftigen Anforderungen gestaltet.

Sie entscheiden bewusst, welche bisherigen Abläufe weiterhin sinnvoll sind und wo Standards oder neue Prozesse zum Einsatz kommen sollen. Bestehende Konfigurationen und Eigenentwicklungen werden nicht automatisch übernommen.

Greenfield bedeutet jedoch nicht, auf vorhandene Daten zu verzichten. Benötigte Stamm- und Geschäftsdaten können im Rahmen der unterstützten Verfahren gezielt migriert werden.

Der Ansatz schafft Gestaltungsspielraum. Gleichzeitig müssen Ihre Fachbereiche Prozessentscheidungen treffen und die neuen Abläufe testen. Auch Datenaufbereitung, Schulungen und organisatorische Veränderungen gehören zur Planung.

 

Wann ist der Greenfield-Ansatz sinnvoll?

Eine Neuimplementierung kann besonders geeignet sein, wenn Sie:

  • von einem anderen ERP-System zu SAP wechseln;
  • SAP S/4HANA Cloud Public Edition einführen möchten;
  • historisch gewachsene Prozesse vereinfachen wollen;
  • umfangreiche Anpassungen Ihres Altsystems kritisch überprüfen möchten;
  • eine neue organisatorische oder technische Grundlage benötigen.

Entscheidend ist die Bereitschaft, bestehende Arbeitsweisen zu hinterfragen. Wenn bisherige Sonderlösungen ohne Prüfung nachgebaut werden, bleibt ein wesentlicher Vorteil des Neustarts ungenutzt.

 

SAP Brownfield: Bestehendes SAP-System konvertieren

Beim Brownfield-Ansatz wird ein bestehendes SAP-ERP-System auf SAP S/4HANA konvertiert. Vorhandene Daten, Konfigurationen und Prozesse werden dabei in größerem Umfang weitergeführt als bei einer Neuimplementierung.

Das bedeutet allerdings keine unveränderte Übernahme des bisherigen Systems. Notwendige funktionale Änderungen, technische Voraussetzungen und die Kompatibilität eigener Entwicklungen müssen geprüft werden.

Auch Schnittstellen und Geschäftsprozesse benötigen Tests. Ob Anpassungen erhalten bleiben können oder überarbeitet werden müssen, ergibt sich aus der Analyse des Ausgangssystems.

Eine Systemkonvertierung kommt unter anderem für SAP S/4HANA Cloud Private Edition und On-Premise infrage. Für die Public Edition ist dieser Übergangsweg nicht vorgesehen.

 

Wann ist der Brownfield-Ansatz sinnvoll?

Brownfield kann passen, wenn Sie:

  • ein geeignetes SAP-Ausgangssystem betreiben;
  • wesentliche Prozesse und Organisationsstrukturen erhalten möchten;
  • vorhandene Investitionen weiter nutzen wollen;
  • die technischen und funktionalen Voraussetzungen erfüllen;
  • Private Edition oder On-Premise als Ziel prüfen.

Brownfield ist nicht automatisch schneller oder günstiger als Greenfield. Der tatsächliche Aufwand hängt vom Systemzustand, den Eigenentwicklungen, dem Datenvolumen und den erforderlichen Änderungen ab.

Bewerten Sie außerdem, welche bestehende Komplexität Sie mitnehmen würden und welche Verbesserungen vor, während oder nach der Konvertierung sinnvoll sind.

 

Selective Data Transition: Daten und Strukturen gezielt übernehmen

Eine Selective Data Transition ermöglicht einen gezielten Übergang festgelegter Daten und gegebenenfalls Strukturen. Welche Bestandteile übernommen oder neu gestaltet werden, wird anhand des konkreten Transformationsvorhabens entschieden.

Das kann beispielsweise relevant sein, wenn mehrere SAP-Systeme zusammengeführt oder bestimmte Organisationseinheiten aus einer bestehenden Landschaft herausgelöst werden sollen.

Der Begriff „Bluefield“ wird für bestimmte selektive Ansätze verwendet. Für die Bewertung ist jedoch das konkrete Verfahren entscheidend: Welche Daten und Strukturen lassen sich übertragen? Welche Werkzeuge werden benötigt? Und welche Zielsysteme werden unterstützt?

Eine selektive Datenübernahme bei einer Neuimplementierung ist dabei nicht automatisch dasselbe wie ein eigenständiges Selective-Data-Transition-Verfahren.

 

Wann kommt ein selektiver Übergang infrage?

Prüfen Sie einen selektiven Ansatz insbesondere dann, wenn Sie:

  • mehrere SAP-Systeme konsolidieren möchten;
  • ausgewählte Organisationseinheiten übertragen müssen;
  • bestimmte Datenbestände und Strukturen erhalten wollen;
  • gleichzeitig gezielte Veränderungen vornehmen möchten.

Dafür müssen Auswahlregeln, Abhängigkeiten und technische Möglichkeiten genau untersucht werden. Die Eignung lässt sich nicht allein aus der gewünschten Datenmenge ableiten.

 

Greenfield, Brownfield und Selective Data Transition im Vergleich

 

Kriterium Greenfield Brownfield Selective Data Transition
Grundprinzip Neues System implementieren Bestehendes SAP-System konvertieren Festgelegte Daten und gegebenenfalls Strukturen gezielt übertragen
Bestehende Prozesse Werden geprüft und für das Zielsystem gestaltet Werden in größerem Umfang weitergeführt und erforderlichenfalls angepasst Werden abhängig vom Verfahren übernommen oder verändert
Datenübernahme Gezielte Migration benötigter Daten Bestehende Daten werden im Rahmen der Konvertierung weitergeführt Übernahme nach definierten Auswahlregeln
Public Edition als Ziel Vorgesehener Einstieg Keine klassische Systemkonvertierung möglich Kein pauschal verfügbarer Übergangsweg; von der Datenmigration einer Neuimplementierung unterscheiden
Private Edition oder On-Premise als Ziel Möglich Bei geeignetem Ausgangssystem möglich Abhängig von Verfahren und Voraussetzungen
Zentrale Prüfaufgabe Zielprozesse und benötigte Daten festlegen Konvertierbarkeit und Anpassungsbedarf bewerten Auswahlregeln, Konsistenz und technische Machbarkeit prüfen

Aus dieser Gegenüberstellung lässt sich noch keine verlässliche Kosten- oder Zeitrangfolge ableiten. Dafür benötigen Sie eine Bewertung Ihrer konkreten Ausgangslage.

 

Fünf Entscheidungskriterien für Ihre SAP S/4HANA Migrationsstrategie

 

1. Zielplattform und funktionale Anforderungen

Welche Prozesse muss Ihre künftige ERP-Lösung unterstützen? Wie wichtig sind standardisierte Abläufe? Welche besonderen Anforderungen müssen erhalten bleiben?

Grenzen Sie zunächst das geeignete Zielsystem ein. Daraus ergeben sich die grundsätzlich verfügbaren Migrationsansätze.

 

2. Veränderungsbedarf der Geschäftsprozesse

Unterscheiden Sie bewährte Abläufe von historisch gewachsenen Sonderlösungen. Je umfassender Sie Prozesse neu gestalten möchten, desto stärker sollten Sie eine Neuimplementierung in die Bewertung einbeziehen.

Wenn viele Abläufe weiterhin passen, kann ihr Erhalt ein wichtiges Entscheidungskriterium sein.

 

3. Zustand des Ausgangssystems

Bewerten Sie technische Voraussetzungen, Eigenentwicklungen, Schnittstellen und vorhandene Dokumentation. Prüfen Sie außerdem, welche Anpassungen geschäftlich notwendig sind und welche entfallen können.

Eine belastbare Systemanalyse hilft, den tatsächlichen Aufwand hinter den einzelnen Optionen sichtbar zu machen.

 

4. Datenbedarf und organisatorische Veränderungen

Klären Sie, welche Daten, Gesellschaften und Organisationseinheiten im Zielsystem benötigt werden. Eine Konsolidierung mehrerer Systeme stellt andere Anforderungen als die Einführung einer neuen Lösung für eine einzelne Gesellschaft.

Die praktische Aufbereitung der Daten behandeln wir im Leitfaden zur SAP S/4HANA Datenmigration.

 

5. Ressourcen und wirtschaftliche Bewertung

Berücksichtigen Sie neben dem technischen Aufwand auch die Mitarbeit der Fachbereiche, Schulungen und organisatorische Veränderungen.

Vergleichen Sie Einführungsaufwand, laufenden Betrieb und spätere Weiterentwicklung. Halten Sie dabei fest, auf welchen Annahmen Ihre Bewertung beruht und welche Punkte noch untersucht werden müssen.

 

Nächster Schritt: Das Einführungsprojekt planen

Mit der Entscheidung für eine SAP S/4HANA Migrationsstrategie steht der grundsätzliche Übergangsweg fest. Anschließend müssen Sie daraus einen umsetzbaren Projektumfang entwickeln.

Dazu gehören Verantwortlichkeiten, Ressourcen, Meilensteine und die Koordination der beteiligten Arbeitsbereiche.

Wie Sie diese Aufgaben strukturieren, erfahren Sie im Beitrag SAP S/4HANA Cloud Migration: Das Einführungsprojekt planen.

 

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Alle Angaben ohne Gewähr.  

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